Wie Sie Logo und Leitbild für Ihre Arztpraxis erstellen können – Schupp & Heiny

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Das Logo und das Leitbild einer Arztpraxis sind eigentlich ganz unterschiedliche Dinge, hängen aber dennoch zusammen und werden häufig in Verbindung mit den Themen Qualitätsmanagement und Corporate Identity bzw. Corporate Design genannt – vor allem dann, wenn es um Praxismarketing geht. Aber was davon ist für Sie als Arzt wirklich relevant und wie können Sie diese Dinge in der Praxis umsetzen? Mit diesem Beitrag möchte ich zunächst die Begriffe näher erläutern und Ihnen anschließend aufzeigen, auf welche Dinge Sie bei der Erstellung eines Leitbildes und eines Logos besonders achten müssen.

Ein Leitbild für die Arztpraxis erstellen

Bei einem Leitbild handelt es sich um einen kurzen Text aus vier bis fünf Sätzen, der Ihr medizinisches Angebot und die Philosophie Ihrer Praxis widerspiegelt.

Die Ausformulierung des Leitbildes steht meist am Anfang der Einführung eines Qualitätsmanagement-Systems und dient einer klaren Unternehmensstrategie, in welche die entwickelten Ziele des Qualitätsmanagements eingeflossen sind.

Jedes Teammitglied der Praxis sollte sich damit identifizieren können und danach handeln.

Wenn das Leitbild nach außen hin offen gelegt wird, zum Beispiel auf der Webseite, kann dies auch förderlich für das Marketing sein: Die Praxis wird eindeutig positioniert, gegenüber Mitbewerbern deutlich abgegrenzt und spricht im Idealfall die beabsichtige Zielgruppe direkt an. Es soll Vertrauen schaffen und die Professionalität der Praxis unterstreichen. Das hört sich aufwendiger an, als es tatsächlich ist: Wenn Sie die folgende Tipps beachten, wird Ihr Leitbild in die richtige Richtung gehen.

Was Sie für ein gutes Leitbild beachten sollten

Der erste und wichtigste Tipp lautet, dass das Leitbild gemeinsam im Team entwickelt werden muss. Jeder Ihrer Mitarbeiter sollte sich damit identifizieren können und das Gefühl haben, selbst etwas dazu beigetragen zu haben. Ein Leitbild, welches nur von einer Person entwickelt worden ist, hätte möglicherweise den gleichen Effekt nach außen, aber nicht nach innen.

Wie oben erwähnt sollte das Leitbild aus 4 bis 5 Sätzen bestehen, die klar, präzise und prägnant formuliert sind.

Inhaltlich sollten kurz die Werte und das Leistungsangebot der Praxis genannt werden.

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, welche Werte in Ihr Leitbild aufgenommen werden sollen, können Sie sich zum Beispiel überlegen, was die Beweggründe für Ihre Arbeit sind – wollen Sie ganz allgemein Menschen helfen, einen speziellen Fachbereich abdecken oder ein großes medizinisches Projekt angehen? Wollen Sie besonders professionell wirken, ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln oder Fröhlichkeit und Unbeschwertheit ausstrahlen?

Beim Nennen des Leistungsangebotes ist es nicht nötig, einzelne spezielle Behandlungen aufzulisten, aber nach dem Lesen des Leitbildes sollte ein Patient einen groben Überblick darüber haben, wo der Schwerpunkt Ihrer Behandlungen liegt und welchem Fachgebiet Sie angehören.

Zusätzlich wird empfohlen, den Patienten bei der Formulierung des Leitbildes in den Mittelpunkt zu stellen. Überprüfen Sie also, ob einzelne Werte für Ihre Patienten relevant sind und ob Sie sich als Patient dadurch angesprochen fühlen würden.

Dazu gehört auch, sich an Ihrer Zielgruppe zu orientieren. Wenn Sie überwiegend ältere Menschen behandeln, sollten Sie vielleicht andere Werte stärker betonen, als wenn Sie Kinderarzt sind.

Für die Entwicklung des Leitbildes ist es meist sinnvoll, gemeinsam zunächst mehr als fünf Sätze zu erarbeiten und erst hinterher zu entscheiden, welche in das Leitbild aufgenommen werden.

Die häufigsten Fehler

Besonders weil das Qualitätsmanagement noch nicht so lange gesetzliche Pflicht ist, finden sich immer wieder Leitbilder, die beschriebenen Tipps nicht berücksichtigt haben.

Häufig wird das Leitbild mit dem Lebenslauf oder “Über mich” des Arztes verwechselt. Der Arzt stellt sich vor, erklärt seine Werte und seinen Werdegang. Dagegen ist nichts einzuwenden, auf einer Webseite kann das sogar manchmal sehr gut sein, jedoch hat das eigentlich wenig mit einem Leitbild zu tun: Die übrigen Mitglieder der Praxis werden nicht berücksichtigt und der Patient steht häufig auch nicht im Mittelpunkt.

Ebenso kommt es häufig vor, dass das Leitbild mehr dem Leistungsangebot entspricht und detailliert verschiedene Behandlungen aufgeführt sind. Auch das Leistungsangebot ist natürlich wichtig – sei es auf einer Webseite oder auf Broschüren in der Praxis – entspricht aber eben nicht einem Leitbild.

Wenn Sie bei der Erstellung Ihres Leitbildes darauf achten, diese Fehler zu vermeiden, werden Sie vielen Ihrer Kollegen damit um Einiges voraus sein.

Während der Erarbeitung eines Leitbildes kommt es manchmal zu der Frage, ob auch ein neues Logo entwickelt oder ein bestehendes überarbeitet werden soll, häufig um ein Corporate Design bzw. eine Corporate Identity zu entwickeln. Nicht immer ist jedoch sofort klar, was damit gemeint ist:

Corporate Design und Corporate Identity in der Arztpraxis

Die beiden Begriffe Corporate Design und Corporate Identity werden häufig synonym verwendet, obwohl sie nicht ganz dasselbe meinen.

Die Corporate Identity ist – ganz allgemein gesprochen – eine gezielte Selbstdarstellung nach Außen. Sie soll ein einheitliches Bild zeichnen, Sympathie erzeugen und Transparenz. In einer Arztpraxis ist das wohl am meisten genutzte Instrument dafür das Leitbild.

Das Corporate Design bezeichnet dagegen eine durchgehende Gestaltungslinie in der Webseite, am Praxisschild, auf Visitenkarten, Terminzetteln und Briefpapier, in der Regel durch ein Logo und ein dazu passendes Farbschema.

Ein Logo ist also ein elementarer Bestandteil des Corporate Design, welche wiederum die Corporate Identity unterstreicht.

Ein Logo für die Arztpraxis

Als Teil eines Corporate Designs ist ein Logo eine Art Marken- und Gütezeichen auf Ihren Unterlagen und sollte eine positive Assoziation mit Ihrer Arztpraxis wecken: Aus diesem Grund sollte es auch nicht allzu häufig geändert werden.

An ein Logo für eine Arztpraxis werden natürlich andere Ansprüche gestellt als an ein Logo für ein international agierendes Unternehmen. Da Sie vermutlich vor allem regional aktiv sind, sollte das Logo auf diese Zielgruppe zugeschnitten sein und muss sich zwar von den Logos der regionalen Konkurrenten abheben, nicht aber von jedem Logo eines Arztes in ganz Deutschland.

Ein Logo erstellen lassen – geht das auch kostenlos?

Grundsätzlich können Sie sich ein Logo natürlich auch selbst gestalten, wenn Sie kreativ sind und gut mit den entsprechenden Programmen umgehen können. Da Sie das Logo aber gewerblich (bzw. für die Praxis) nutzen, müssen Sie darauf achten, ob Sie für alle verwendeten Bilder, Symbole und Schriftarten auch die Lizenzen besitzen – das kann im Zweifelsfall teuer werden.

Ebenso können Sie einen Designer mit der Gestaltung Ihres Logos beauftragen, was vermutlich die teuerste Variante darstellt. Dabei haben Sie allerdings den Vorteil, ein sehr individuelles Logo (und dadurch Corporate Design) zu erhalten.

Auf einigen Online-Plattformen oder auch bei einzelnen Designern können Sie bereits fertige Logos erwerben, bei denen nur noch Ihr Name eingefügt wird. Dies ist meistens günstiger als ein individuelles Design, passt dafür aber vielleicht auch nicht optimal auf Ihre Praxis.

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, Ihren Auftrag auf sogenannten Crowdsourcing-Plattformen einzustellen, einige Vorschläge von Designern zu sammeln und den besten auszuwählen, was in der Regel etwas günstiger ist, als selbst einen bestimmten Designer zu beauftragen.

In jedem Fall sollten Sie jedoch einen Überblick darüber haben, welche Kriterien ein Logo erfüllen sollte.

10 Tipps für ein gelungenes Logo für Ihre Praxis

Wenn Sie ein Logo selbst gestaltet, gestalten lassen oder ein bereits fertiges kaufen wollen, achten Sie auf folgende Punkte:

  1. Das wichtigste direkt zuerst: Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem Logo ansprechen und welche Werte sollen dadurch visualisiert werden? Soll das Logo beispielsweise eher fröhlich und verspielt sein, Geborgenheit und Wärme ausstrahlen, professionell und klar wirken und modern oder eher klassisch sein? Können Sie sich mit diesen Werten identifizieren? Diese Ausstrahlung des Logos sollte auch zu Ihrem Leitbild passen: Ein kühles, distanziertes Logo bei einem Leitbild mit der Betonung auf Geborgenheit in der Praxis wirkt nicht stimmig und schreckt potentielle Patienten möglicherweise ab.
  2. Damit zusammenhängend sollten Sie sich direkt zu Beginn Gedanken über die Tonalität und die Farbauswahl des Logos machen. Welche Symbole möchten Sie in Ihr Logo integrieren?
  3. Bei einem Arzt ist eine berufsnahe Symbolik häufig wichtig. Ihre Patienten sollten direkt erkennen, welchem Fachgebiet Sie angehören und dies beispielsweise auf einer Webseite nicht erst suchen müssen. Achten Sie aber darauf, dass die Symbolik nicht fehlinterpretierbar ist.
  4. Im Idealfall stellt Ihr Logo das Alleinstellungsmerkmal Ihrer Praxis dar: Kombinieren Sie spezielle Leistungen oder gehen Sie besonders auf den Patienten ein? Achten Sie darauf, dass Ihr Logo Wiedererkennungswert hat. An einen langen Schriftzug erinnert man sich wesentlich schwieriger als an ein Symbol.
  5. Besonders dann, wenn Sie Ihr Logo selbst gestalten wollen, müssen Sie darauf achten, dass es reproduzierbar ist. Sie wollen das Logo schließlich auf mehreren Unterlagen verwenden und sollten es daher digital vorliegen haben.
  6. Sieht Ihr Logo auch in kleinerer Größe gut aus? Bei 400 x 150 Pixeln sollte die Schrift noch lesbar sein.
  7. Generell wird empfohlen, dass ein Logo auf hellem wie auch auf dunklem Hintergrund gut zu erkennen ist. Zu diesem Zweck können direkt zwei verschiedene Versionen angelegt werden. Für eine Arztpraxis kann es aber auch erst einmal reichen, wenn das Logo auf weißem Hintergrund gut zur Geltung kommt.
  8. Ein Logo in Farbe ist meistens schöner, allerdings kann das nicht immer gedruckt werden. Probieren Sie deshalb aus, ob Ihr Logo auch in schwarz-weiß gut aussieht.
  9. Bei einem Logo ist oft weniger mehr, da es schließlich häufig gedruckt werden und einprägsam sein soll. Fragen Sie sich deshalb, ob alle Elemente des Logos zu seiner Bedeutung beitragen oder ob das ein oder andere entfernt werden kann.

Sie sehen also, dass an ein gutes Logo einige Anforderungen gestellt werden. Diesen Anforderungen zu genügen ist aber nicht unmöglich:

Beispiele für ein gutes Logo einer Arztpraxis

Die HNO-Gemeinschaftspraxis HNO fit greift in ihrem Logo die berufsnahe Symbolik auf: Durch die drei Kästchen wird deutlich, dass Hals, Nase und Ohren zentrale Behandlungsschwerpunkte sind.

Das Logo der Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist eher modern und abstrakt, wirkt auf Grund der Farben aber trotzdem offen und freundlich und verdeutlicht das Fachgebiet.

Die Zahnarztpraxis Karsodent verknüpft in ihrem Logo die berufsnahe Symbolik auf eine verspielte Art mit dem Namen der Praxis.

Auf eine ganz andere Weise verspielt ist das Logo der Zahnärzte im Sassehaus, welches dadurch einen sympathischen Eindruck erweckt.

Das Logo der Zahnarztpraxis Askaryar ist dagegen moderner und erweckt Vertrauen sowie einen professionellen Eindruck.

Eine ganz andere Farbgebung enthält das Logo der Zahnarztpraxis Aksoy, welches sich durch die Farbe Rot hervorhebt.

Sie sehen also, dass einige Ihrer Kollegen ein ganz individuelles Logo kreiert haben. Vermutlich fragen Sie sich an dieser Stelle, ob Sie wirklich ein Logo oder ein Corporate Design benötigen. Die Antwort lautet: Es kommt drauf an.

Corporate Design und Logo – ist das für Ärzte überhaupt sinnvoll?

Ob Sie in ein Corporate Design oder in ein Logo investieren wollen, müssen Sie letztendlich natürlich selbst entscheiden. Entscheidend ist häufig, wo Ihre Praxis gelegen ist, wie viele Patienten Sie behandeln und wie Ihre Konkurrenz aufgestellt ist. Bedenken Sie, dass ein Logo zum Praxismarketing gehört: Für manche Ärzte ist das eher irrelevant, für andere umso wichtiger.

Wenn Sie eine Praxis auf dem Land betreiben und sich vor dem Ansturm an Patienten kaum retten können, haben diese Dinge vermutlich zurecht nicht Ihre höchste Priorität.

Wenn Sie jedoch eine Praxis in der Stadt betreiben und vielen Konkurrenten ausgesetzt sind, müssen Sie Ihre Arztpraxis an manchen Stellen wie ein Unternehmen betrachten und dementsprechend Marketingmaßnahmen ergreifen. Die Erstellung eines Logos als Teil des Corporate Design, dessen Gestaltung sich auf Ihrer Website, auf Broschüren sowie in der Praxis selbst wiederfinden sollte, bildet dabei den ersten Grundstein zur Bildung einer Marke. Patienten, die die Wahl zwischen vielen verschiedenen Ärzten haben, richten sich nicht unbedingt nur nach der Qualität der Behandlung, da sie dies im Vorfeld auch gar nicht wissen können.

Bedenken Sie: Die Menschen werden immer mobiler und vor allem durch das Medium Internet immer informierter und bleiben nicht unbedingt jahrelang bei einem Arzt. Besonders für junge Menschen, die beispielsweise in eine neue Stadt gezogen sind und deshalb einen neuen Arzt suchen, ist der erste Schritt meistens die Recherche im Internet.

Die Website Ihrer Praxis ist also die erste Anlaufstelle und wenn diese durch ein schlüssiges Gesamtkonzept inklusive entsprechendem Corporate Design und Logo überzeugt, haben Sie vermutlich Patienten gewonnen.

Fazit

Ein Logo und ein Leitbild für eine Arztpraxis sind kein Muss, können für viele Ärzte aber hilfreich sein – sei es in Hinblick auf den inneren Zusammenhalt des Teams oder die Wirkung nach außen, um neue Patienten zu gewinnen.

Wenn Sie dabei ein paar Dinge beachten, wie zum Beispiel das Leitbild gemeinsam zu erarbeiten und in das Logo eine berufsnahe Symbolik zu integrieren, kann sich die zeitliche und monetäre Investition langfristig bezahlt machen.

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