Steuererklärung für Ärzte 2015 – das ist wichtig zu wissen – Schupp & Heiny

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Geld zurück bekommen – wem gefällt das nicht? Doch vor die Freude über eine Finanzspritze, hat der Gesetzgeber die Pflicht gestellt. Und das bedeutet: Steuererklärung machen. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, es wird also Zeit, sich wieder um alle Unterlagen für die Steuererklärung 2015 zu kümmern.

Ich erkläre Ihnen hier, ob Sie als Arzt überhaupt eine Steuererklärung abgeben müssen, wann diese fällig ist und was Sie von der Steuer absetzen können, um zu viel gezahltes Geld zurück zu erhalten.

Hinweis: Fristen zur Steuererklärung

Für angestellte Mediziner können wir in diesem Jahr noch Steuererklärungen rückwirkend bis 2011 einreichen.

Bei Selbstständigen haben wir die Möglichkeit einer besonderen Fristverlängerung für die Steuererklärungen des Jahres 2014 bis zum 28. Februar 2016.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen einem angestellten Arzt und einem freiberuflich tätigem Mediziner mit eigener Praxis. Sind Sie in einem angestellten Verhältnis und beziehen nur einen Arbeitslohn und Ihre Nebeneinkünfte überschreiten nicht die Grenze von 410 Euro, dann müssen Sie keine Steuererklärung abgeben. Sie dürfen aber sehr wohl! Und oft ist es auch hilfreich, einen Fachmann zu konsultieren, denn vielleicht springt doch der ein oder andere Euro dabei für Sie heraus, so eventuell aufgrund von abzugsfähigen Ausgaben als Werbungskosten.

Zudem ist eine Steuererklärung Pflicht, wenn Sie

  • einen Freibetrag eingetragen haben
  • Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Kurzarbeitergeld von über 410 Euro bezogen haben
  • wenn für Sie mehrere Arbeitsverhältnisse nebeneinander bestehen
  • wenn Sie verheiratet sind und Sie oder Ihr Partner Steuerklasse 5 oder 6 haben
  • nicht verheiratet oder geschieden sind und bestimmte Freibeträge für ein Kind übertragen lassen wollen
  • wenn die Ehe im Steuerjahr geschieden wird, ein Ehepartner verstirbt oder es im gleichen Jahr zu einer erneuten Ehe kommt
  • Kapitalerträge vorliegen, bei den keine Abgeltungssteuer erhoben werden konnte

Wenn Sie freiberuflich tätig sind, muss eine Einkommenssteuererklärung zusätzlich zur Gewinnermittlung abgegeben werden. Abzugsfähige Ausgaben heißen dann Betriebsausgaben. Hier warten einige Fallstricke, die es ebenfalls zu beachten gilt. Unser kostenloses E-Book informiert Sie hierzu ausführlicher.

Welche Fristen müssen Sie zur Abgabe der Steuererklärung beachten?

Die Steuererklärung muss bis zum 31. Mai des Folgejahres bei Ihrem zuständigen Finanzamt vorliegen. Der nächste Termin, den Sie sich also rot im Kalender anstreichen sollten, ist der 31. Mai 2016. Sind Sie durch Krankheit verhindert oder aus anderen wichtigen Gründen noch in Verzug, kann Ihr Steuerberater eine Verlängerung der Abgabefrist bis zum 31. Dezember 2016 beantragen.

Wenn Sie nicht verpflichtet sind, einer Steuererklärung vorzulegen, dies aber gern wollen, haben Sie einen etwas größeren Spielraum: Es kann innerhalb von vier Jahren nach Ende des Steuerjahres eine Steuererklärung eingereicht werden, damit eventuell zu viel bezahlte Lohnsteuer zurück erstattet wird.

Was passiert, wenn Sie die Steuererklärung nicht oder verspätet abgeben?

Es ist finanziell für Sie besser, wenn sämtliche Fristen eingehalten werden, denn auch Sie haben kein Geld zu verschenken. Sind Sie trotzdem zu spät dran, wird ein Verspätungszuschlag von bis zu 10% der Steuer (maximal 25.000 Euro) fällig. Es ist möglich, dass Ihr Finanzamt dann Ihre Steuer schätzt – und damit natürlich kräftig daneben liegen kann. Und es befreit Sie nicht davon, trotzdem eine korrekte Steuererklärung abzugeben.

Es erwarten Sie zudem Säumniszuschläge bei verspäteter Zahlung, nämlich 1% der rückständigen Steuer für jeden angefangenen Monat, sowie Zinszahlungen von 0,5% für jeden vollen Monat (beginnend 15 Monate nach Entstehung der Steuer). Um dieses Geld einzutreiben, stehen laut Gesetz auch Zwangsmittel – Zwangsgeld, Ersatzzwangshaft, Ersatzvornahme – zur Verfügung. Also lieber rechtzeitig an alle Termine denken!

Was kann in der Steuererklärung alles geltend gemacht werden?

Eine übersichtliche Zusammenfassung aller wichtigen Steuerinformationen für Ärzte in verschiedenen beruflichen Stellungen finden Sie in unserem kostenlosen E-Book.

Kurz angerissen, stellen sich die Möglichkeiten so dar:

Beiträge für die ärztlichen Versorgungswerke:

Die Beiträge zur Basisversorgung der Kranken- und Pflegeversicherung sind in vollem Umfang als Sonderausgabe abzugsfähig. Zu Beiträgen der Basisversorgung zählen auch Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen. Diese können bis zu einem Höchstbetrag 20.000 Euro als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Abzugsfähig ist aber nicht der volle Beitrag, sondern ein jährlich steigender Prozentanteil des nachgewiesenen Beitrages.

Kosten für die Ausbildung:

Bei einer Fort- oder Weiterbildung sind die Kosten als Werbungskosten unbeschränkt abzusgfähig. Richten Sie sich als Arzt gerade neu eine Praxis ein, können bei dem Erststudium nach Abitur oder der Erstausbildung die Kosten als Sonderausgaben bis 4.000 Euro als abzugsfähig geltend gemacht werden. Bei einem Erststudium nach einer Berufsausbildung sind diese Kosten als Werbungskosten ebenso unbeschränkt abzusgfähig.

Außerdem sind abzugsfähig:

Fazit

Eine einfache Formel für die allgemein gültige Steuererklärung für Ärzte gibt es nicht. Jede Praxis ist anderes, jedes Angestelltenverhältnis individuell. Deshalb muss auch eine Steuererklärung auf die Person zugeschnitten werden. Pauschalaussagen sind dafür keine ideale Lösung.

So kann es sein, dass Sie sich in einem komplexeren Arbeitsverhältnis befinden (z.B.angestellt und mit eigener Praxis). Um kein Geld zu verschenken und alle nötigen Fristen einzuhalten, sollten Sie im Zweifel einen Steuerberater fragen.

Einen Überblick über die verschiedenen Beschäftigungsverhältnisse und Möglichkeiten der Besteuerung erhalten Sie in unserem kostenlosen E-Book.