Ein Gehaltsvergleich für Ärzte

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Kaum ein anderer Beruf erfordert einer höhere Motivation als der des Arztes. Sie tragen eine enorme Verantwortung für die Gesundheit Ihrer Patienten. Natürlich finden Sie Befriedigung darin, Menschen helfen zu können oder gar Leben zu retten. Doch werden Sie auch adäquat für diese Aufgabe entlohnt? Ich informiere Sie hier darüber, ob Sie im Gehaltsvergleich als Arzt oder Ärztin weit oben liegen, in welchem Bundesland sich eine Praxis für Sie lohnt oder welcher Facharzt am besten bezahlt wird.

Wie viel verdienen Ärzte im Krankenhaus?

Es gilt zu unterscheiden zwischen Ärzten, die in Krankenhäusern tätig sind oder in einer niedergelassenen Praxis arbeiten. Deutlich wird, dass Ärzte weiter zu den Berufsgruppen zählen, die ein gutes Einkommen erzielen, vom Klischee des überbezahlten “Halbgottes in Weiß” jedoch weit entfernt sind. Bei derlei Gehaltsvergleichen werden die oftmals extreme Belastung der Mediziner durch Schichtdienste, viele Überstunden und die große Verantwortung für das Leben der Patienten außer Acht gelassen.

Vergleich der Position

Die angestellten Mediziner im Krankenhaus unterliegen laut Umfragen in der Entlohnung klar einer Hierarchie: Der Chefarzt steht mit einem durchschnittlichen Jahresverdienst von 279.000 Euro an der Spitze, gefolgt vom Oberarzt mit knapp 114.00 Euro im Jahr; Fachärzte und in Ärzte in Weiterbildung belegen mit großem Abstand (84.000 bzw. 68.000 Euro) die Plätze drei und vier.

Vergleich der Berufserfahrung

Zu unterscheiden ist weiterhin zwischen kommunalen, privat betriebenen und kirchlichen Krankenhäusern sowie Universitätskliniken. Für Krankenhäuser in kommunaler Hand gilt der “Tarifvertrag Ärzte”, der Mediziner in vier Entgeltgruppen einordnet: Assistenzarzt ohne Facharzttitel, Assistenzarzt mit Facharzttitel, Oberarzt und Chefarzt-Stellvertreter. Auch wie lange ein Mediziner bereits tätig ist, spielt bei seinem Gehalt eine Rolle: Je länger man im Job ist, desto höher das Einkommen. So staffelt sich der Lohn für einen Facharzt im ersten Jahr von im Durchschnitt 5.073 Euro pro Monat auf 6.516 Euro im 13. Jahr (zugrunde liegen 40 Stunden pro Woche).

Entgelttabelle von Ärzten in kommunalen Krankenhäuser

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Vergleich der Region und Trägerschaft

Keine signifikante Differenz ergibt sich beim Vergleich zwischen kommunalen Einrichtungen und privaten Klinikkonzernen. Jedoch ist noch immer ein Gefälle zu beobachten, wenn man einen regionalen Vergleich oder den mit einer kirchlichen Trägerschaft durchführt. Am Beispiel eines Einsteigers in den Arztberuf erweist sich eine Anstellung in einer Universitätsklinik (West) als lukrativer als in einem evangelischen Krankenhaus (Ost), welches an letzter Stelle im Gehaltsranking steht. Selbiges lässt sich für den angestellten Facharzt aufzeigen, der wiederum an einer Uniklinik im Westen am besten verdient.

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* Zu den o.g. Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten.

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* Zu den o.g. Gehältern addieren sich Zulagen für Schichtdienste, Honorare für Gutachten und die anteilige Bezahlung für die Behandlung von Privatpatienten.

Quelle: gehaltsreporter.de

Wie viel verdienen Fachärzte mit eigener Praxis?

Dass ein niedergelassener Facharzt monatlich höhere Ausgaben hat als sein angestellter Kollege im Krankenhaus, liegt auf der Hand. Die Unterhaltung der Praxis, die Anschaffung neuer Technik, die eigene Altersvorsorge – all das kostet Geld. Somit sind die höheren Einkommen der Fachärzte mit eigener Praxis entsprechend zu gewichten, auch wenn diese in den vergangenen Jahren um einige Prozentpunkte gestiegen sind. Die Zusammensetzung des Einkommens erfolgt aus den Zuweisungen der Krankenkasssen, den Honoraren von Privatpatienten, Behandlungsprogrammen für chronisch Kranke und weiteren Einkünften aus Verträgen mit den Kassen.

Facharzt ist nicht gleich Facharzt. Wer ist der Top-Verdiener? Wer befindet sich am unteren Ende der Skala? Die Spanne der monatlichen Einkünfte ist weit, wie auch die aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Ausgewählte Gehälter von Fachärzten im Überblick (durchschnittliches Bruttogehalt / Monat)

  • Hausarzt: ca. 11.500 Euro
  • Kinderarzt: ca. 11.666 Euro
  • Gynäkologe: ca. 12.000 Euro
  • Hals-Nasen-Ohren-Arzt: ca. 12.333 Euro
  • Urologe: ca. 14.000 Euro
  • Neurologe: ca. 14.416 Euro
  • Internist: ca. 15.333 Euro
  • Dermatologe: ca. 15.416 Euro
  • Orthopäde: ca. 16.083 Euro
  • Chirurg: ca. 16.500 Euro
  • Augenarzt: ca. 19.083 Euro
  • Radiologe: ca. 25.250 Euro

Quelle: Statistisches Bundesamt

In welchem Bundesland verdienen Ärzte am meisten?

Wenn Sie planen, eine neue Praxis zu eröffnen oder eine bestehende zu übernehmen, sind diese Informationen für Sie von Vorteil. In der oben genannten Statistik finden sich ebenfalls Angaben über die Verdienstmöglichkeiten je nach Bundesland.

Im Allgemeinen ist das Einkommen für Ärzte wie auch Zahnärzte in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg am höchsten; im Mittelfeld bewegen sich Bundesländer wie Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Sämtliche ostdeutsche Bundesländer liegen in der Gehaltstabelle auf den hinteren Rängen.

Drei Beispiele sollen Ihnen verdeutlichen, dass es bei der Wahl Ihres Arbeitsortes jedoch stets darauf ankommt,

welcher Fachrichtung Sie angehören:

  • So dreht sich zum Beispiel bei den Einkünften der Allgemeinmediziner der Trend der Krankenhausärzte um: Ein Hausarzt kann in den östlichen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt oder Thüringen den höchsten Verdienst mit der eigenen Praxis erzielen (über 9.000 Euro; dagegen kommt er in Hamburg nur auf etwas über 5.000 Euro). Und wird sich aufgrund des Ärztemangels zusätzlich über ausreichend Patienten freuen.
  • Das Gehalt eines Kinderarztes fällt in Berlin mit rund 7.700 Euro recht mäßig aus, während man in Niedersachsen und im östlichen Nordrhein-Westfalen weit über 9.000 Euro erwirtschaften kann.
  • Betrachtet man als drittes Fallbeispiel den Augenarzt ergibt sich eine enorme Breite von ca. 14.000 Euro in Bremen bis zum Schlusslicht Hessen mit lediglich knapp 8.000 Euro.


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Quelle: Gehalt.de

Fazit

Ob als angestellter Arzt im Krankenhaus oder als niedergelassener Facharzt mit eigener Praxis – als Arzt tragen Sie enorme Verantwortung. Im Gehalt spiegelt sich das nicht immer wieder, da es große Unterschiede in der Bezahlung zwischen verschiedenen Facharztrichtungen oder auch regional gibt. Während Sie im Krankenhaus mit Tarifvertrag hierarchisch und nach Berufserfahrung bezahlt werden, geht es bei der Selbstständigkeit um Ihren speziellen Bereich: Als Radiologe sind Sie der Top-Verdiener, als Hausarzt ist beim Gehalt noch einige Luft nach oben. Falls Sie über einen Standortwechsel nachdenken, sollten Sie die regionalen Gehaltsgefälle mit berücksichtigen.

Wie ist Ihre Einschätzung zu Ihrer aktuellen Einkommenssituation? Sind Sie mit Ihrem Gehalt zufrieden? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.